Kritischer Abrisspaziergang: Rund um die Alte WU

Als Teil des Events Alte WUrscht veranstalten Architects for Future Austria einen Abriss-Spaziergang durch die Bezirke Alsergrund und Josefstadt mit Start und Ziel bei der Alten WU am Althangrund.

Die Alte Wirtschaftsuniversität wurde 1982 eröffnet und soll bereits in großen Teilen 2027 abgerissen werden, obwohl das Gebäude voll funktionsfähig ist und vielfältig zwischengenutzt wurde. Der geplante Abriss zählt zu den größten Einzelabrissen, die Österreich in den kommenden Jahren bevorstehen, und steht exemplarisch für eine Baupraxis, die Bestand leichtfertig opfert, anstatt ihn zu erhalten, zu sanieren und weiterzuentwickeln.

Ausgehend von der Alten WU führt der Spaziergang zu weiteren Gebäuden im direkten Umfeld, an denen sich dieselbe Logik zeigt. In der Alserbachstraße verfällt seit Jahren ein Biedermeier-Ensemble im Innenhof. In der Anastasius-Grün-Gasse steht ein Gründerzeithaus seit langem leer und ist verbarrikadiert. Die Baubehörde sieht bislang keinen Handlungsbedarf.

Dass es auch anders geht, zeigt ein Biedermeierhaus in der Nußdorferstraße, das durch behutsamen Umbau und kreative Nutzung zu einem lebendigen Ort für Kunst- und Musikschaffende wurde. Ein positives Gegenbeispiel mitten im Grätzl.

Der Spaziergang versteht sich nicht als klassische Führung, sondern als Einladung zum offenen Gespräch im Gehen: über graue Energie, Ressourcenverschwendung, soziale Auswirkungen von Leerstand, die Lücken im Wiener Altbauschutz und darüber, was es braucht, damit Umbau statt Abriss zur Regel wird.

Sonntag, 06.09. um 16:30 Uhr, Alte WU

Das Screening findet im Rahmen der European Action Week statt. Die Action Week ist ein europaweites, dezentrales Aktionsformat, das vom 5. bis 13. September 2026 Initiativen, Organisationen und engagierte Menschen zusammenbringt, die sich für eine sozial gerechte und nachhaltige Transformation unserer gebauten Umwelt einsetzen. Mit Workshops, Diskussionen, Filmvorführungen, Ausstellungen und Aktionen macht sie lokale Ansätze sichtbar, fördert den Austausch über Ländergrenzen hinweg und setzt gemeinsame Impulse für eine gerechte Bauwende.

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